Niederdruck-Schaumreinigung ist eine zuverlässige und materialschonende Reinigungsmethode und ist im besonderen für die Lebensmittelindustrie, Getränkeindustrie, für Pharmaproduzenten und die Agrarwirtschaft geeignet.
Qualitätssicherung wird vom Gesetzgeber immer stärker gefordert. Auch aus Kostengründen wird sie oftmals in die Verantwortung der Betriebe selbst gelegt. Mit der Umsetzung der geforderten Maßnahmen sind jedoch besonders Kleinbetriebe personell und finanziell meist am Limit. Oft sind sie nicht mit den adäquaten Reinigungstechnologien vertraut und können sich die Maschinen, Materialien und das nötige Personal zur geforderten Reinigung nicht leisten.
Hygienisch einwandfreie Betriebsabläufe zur Sicherung von Produkten
Wirkungsvolle Reinigung von Oberflächen ist in allen Betrieben wichtig, um reibungslose Produktionsprozesse und Ausfälle durch Maschinenstillstände zu vermeiden. Besonders hoch sind die Anforderungen jedoch im Bereich der Lebensmittelproduktion. Dort stellen sie Grundvoraussetzung für die hygienisch einwandfreie Herstellung von Produkten dar. So stellt die Lebensmittelhygieneverordnung von 1997 Anforderungen an die Betriebe und fordert Eigenkontrollsysteme. Dies stellt Betriebe vor große Herausforderungen. Oft mangelt es primär bereits an Personal. Es gibt insbesondere im Bereich Großküchen hohe Fluktuation im Mitarbeiterstamm, häufig werden nur Aushilfskräfte eingesetzt. Eine Schulung und Ausbildung dieser Mitarbeiter im Segment Reinigung und Hygiene ist dann zu teuer. Dazu kommen vielmals mangelnde Sprachkenntnisse ausländischer Einsatzkräfte. Eine Spezialschulung in einem komplizierten Bereich wie Hygienerichtlinien ist hier schlichtweg nicht möglich.
Das HACCP-Konzept (Hazard-Analysis-Critical-Control-Point) fordert eine lückenlose Dokumentation, Sicherungsmaßnahmen und Kontrollprozesse im Produktionsablauf.
Die richtigen Reinigungsmittel sind entscheidend
Der Einsatz von Reinigungsmitteln spielt in der Einhaltung der Richtlinien eine entscheidende Rolle. Es sollen Desinfektionsmittel verwendet werden, die eine gute Wirksamkeit haben, aber wenige Rückstände bilden, um die Lebensmittel nicht zu beeinträchtigen. Sie dürfen nicht gesundheitsgefährdend sein und sie dürfen keine Resistenzbildung von Mikroorganismen hervorrufen und müssen DGHM gelistet sein.
Die Reinigungsmittel lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen:
- alkalische Reiniger (lösen Fette und Eiweiße)
- chlorhaltige Reiniger (für die Reinigung von Maschinen)
- saure Reiniger (zur Entkalkung von korrosionsbeständigem Material)
- neutrale Reiniger (nur für leicht reinigbare Materialien, besonders haut- und umweltschonend. PH-neutral bezeichnet man einen PH-Wert zwischen 5,5 und 8,5 %)
Die Schaumreinigung als materialschonende Alternative
Die Wirkung der Chemiekalien ist nur ein Teil des Prozesses. Alle Reinigungsmittel müssen durch mechanische oder manuelle Tätigkeit unterstützt werden. Hier gibt es Hochdruckverfahren oder Niederdruckverfahren. Die Verfahren unterscheiden sich durch die Stärke des Druckes, mit dem die Reiniger aufgebracht werden. Je nach zu säuberndem Material muss der Nutzer der Anlage entscheiden, welches Verfahren angewandt werden sollte.
Der entscheidende Vorteil: sie arbeitet bei um die 5 bar mit sehr niedrigem Druck im Schaumgang und benötigt nicht wie Hochdruckreinigung eine Temperatur von über 50 °C, sondern kann bei Raumtemperatur angewendet werden.
Niederdruck-Schaumreinigung ist daher besonders verträglich bei empfindlichen Materialien. Durch den geringen Druck und die niedrige Temperatur, können mechanischen Schäden an den Geräten und Oberflächen vermieden werden.
Die Niederdruck-Schaumreinigung bietet im Vergleich mit der Hochdruckreinigung einige Vorteile:
- Schonung der Substanz
- Erreichung von toten Ecken
- Sichtbarkeit von eingeschäumten Flächen (im Gegensatz zur Wasserreinigung)
- Ein Gerät für alle Schritte (schäumen, spülen, sprühen)
- keine mechanischen Schäden ( Elektrik der Maschinen, Fliesen, etc.)
- Geringe Aerosolbildung
- Niedriger Geräuschpegel der Pumpenanlagen
- gute Haftung, hoher Einwirkungsgrad
- kein Verteilen von Schmutz oder Mikroorganismen
- rückstandsfreie Abspülung
Das Schaumreinigungsverfahren im Ablauf
Die Anwendung der Schaumreinigung ist relativ einfach und ungefährlich. Man unterscheidet das Druckbehälter.-, das Injektionsverfahren und die zentrale Chemiezuführung. Beim Druckbehälter(Schaumbombe) wird das Reinigungsprodukt bereits fertig eingefüllt und mit Druckluft verschäumt. Im Injektionsverfahren wird das Reinigungsmittel mit Druckwasserstrom eingezogen und mit Luft vermischt und die zentrale Chmiezuführung bringt ein vorgemischtes Produkt an die Abnahmestelle.
Trotz seiner guten Lösekraft durch Einwirkung, ist es dennoch empfehlenswert vor der Aufbringung des Schaums die Geräte grob manuell vorzureinigen. Die Aufbringung des Schaums wird anschließend vorgenommen. Eine optimale Reinigungswirkung erzielt man bei einer Einwirkzeit von etwa 15-20 Minuten. Das Abspülen sollte mit warmem Wasser erfolgen um auch die Fette zu lösen.
Die Zuverlässigkeit der Desinfektion
Auch wenn in den Reinigungschemikalien bereits Desinfektionsmittel beigemengt sind, muss dennoch nach der Reinigung nochmals mit einem separaten Desinfektionsmittel nachgearbeitet werden. Reine Desinfektionsreiniger können nur bei sehr gering verschmutzen und unkritischen Flächen verwendet werden. Sie müssen hoch konzentriert werden, und sind dennoch nicht 100% wirksam.
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